Signal Iduna – Kompetent und unkompliziert

Hier soll ja nicht nur Negatives publiziert werden, sondern auch Lob, wem Lob gebührt:

Die Mandantin ist als Radfahrerin im Mai letzten Jahres von einem Motorradfahrer angefahren und erheblich verletzt worden. Der genaue Unfallhergang ist unklar, die Mandantin leidet an retrograder Amnesie. Allerdings spricht ein – wenn m.E. auch nicht unbedingt überzeugendes – Sachverständigengutachten dafür, dass die Mandantin an dem Unfall zumindest keineswegs schuldlos war.

Die Signal Iduna hält sich nicht lange mit Diskussionen über die Schuldfrage auf, aktiviert sofort ihren Reha-Dienst, kümmert sich um qualifizierte Chefarzt-Behandlung (!) der Mandantin, veranlasst entsprechende Fahrten zu den behandelnden Kliniken, begleitet die gesamte Behandlung bis zum Abschluss und zahlt jetzt am Ende im Rahmen einer Pauschalabfindung anstandslos ein durchaus als großzügig zu bezeichnendes Schmerzensgeld.

So geht’s also auch!

7 Antworten zu “Signal Iduna – Kompetent und unkompliziert”

  1. RudiRatlos Sagt:

    Guten Tag Herr Melchior,

    wenn ich Ihren Beitrag richtig interpretiere wurde die Mandantin einem Schadensmanagement des Versicherers zugeführt. Bei Fehlinterpretation bitte unbedingt korrigieren.

    Hmm, zum Thema Schadensmanagement habe ich meine eigene Meinung. Bereits der ADAC hat in 2004 davor gewarnt und lt. einer Dissertation sparen die Versicherer ca. 20% der entstandenen Kosten, wenn sie es schaffen den Geschädigten in ein von ihnen initiiertes Schadenmanagement überzuleiten.

    Wurde bei ihrer Mandantin wirklich das medizinisch sinnvolle getan oder eine korrekte Einschätzung des tatsächlich entstandenen Gesundheitsschadens abgegeben. Halten die Einschätzungen/Prognosen des durch den Versicherer eingeschalteten Gutachters auch den Meinungen von klinisch tätigen Ärzten Stand?

    Sollte Ihre Mandantin tatsächlich ANGEMESSEN entschädigt worden sein: Glückwunsch, aber bitte niemals ausschließlich den Aussagen eines Schadensmanagements trauen!

    RudiRatlos

  2. RA Melchior Sagt:

    @ RudiRatlos:
    Keine Sorge, die Bedenken gegen das sog. „Schadensmanagement” sind sicherlich begründet und werden hier auch geteilt. Die erheblichen Verletzungen, deren Komplikationen und die wirklich aufwändige Behandlung darzustellen, würden den Rahmen dieses Blogs sprengen. Jedenfalls aber hat die Mandantin eine (Chefarzt-)Behandlung erhalten, die deutlich über Kassenleistungen hinausgeht und den Eintritt erheblicher Folgeschäden verhindert hat.

    Die Gesamtentschädigung war wirklich sehr ordentlich und angemessen, und zwar nicht nach den „Aussagen eines Schadensmanagements”, sondern nach den einschlägigen Tabellen (Hacks/Ring/Böhm, IMM-DAT).

  3. Versicherungsfuzzi Sagt:

    @RudiRatlos
    Ich kann wirklich nur empfehlen, dass Sie nicht den Fehler machen, das Reha-Management im Großschadenbereich mit anderen “Schlachtfeldern” der Versicherungskritiker zu verwechseln.

    Das Ziel dieser Einrichtungen ist es, dem Schwerstverletzten alle erforderlichen Hilfen zukommen zu lassen, die er benötigt, um möglichst bald wieder ein möglichst “normales” Leben führen zu können und vielleicht auch wieder eine angemessene Arbeitsstelle bekommt.

    Die Fälle, die ich in diesem Bereich kenne, sind sowohl von Anwälten, Geschädigten und deren Angehörigen gelobt worden.

    Insbesondere als Anwalt hat man in der Regel einfach nicht die nötige Infrastruktur, um koordinierte Hilfe im medizinischen und im Bereich der Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt anbieten zu können. Rät man dem Mandanten aber, an einer solchen Maßnahme teilzunehmen, kann man sich im Erfolgsfall wohl keine bessere Werbung vorstellen.

    Natürlich ist es für Versicherer günstiger, nach einem Jahr keinen oder weniger Verdienstausfall erstatten zu müssen, wenn der Geschädigte wieder arbeiten kann.

    Aber wer denkt, dass dies zum Nachteil des Geschädigten sei, hat m.E. ganz elementare Dinge nicht verstanden. Denn zurückgewonnene Lebensqualität ist mehr wert als eine höhere Abfindung und Arbeitslosigkeit.

    Mögen die Kritiker über die Regulierung des Sachschadens schimpfen, wenn Ihnen Aufträge durch das Schadenmanagement verloren gehen.
    Von mir aus.

    Aber beim Reha-Management bin ich empfindlich, weil es hier um etwas ganz anderes geht als 5 EUR Unkostenpauschale.

  4. Der Haule Sagt:

    Ja gut, seien wir halt still, wir “Kritiker”, die nur auf Ihren Geldbeutel bedacht sind. Mögen doch bitte alle verstummen, die es wagen etwas zu sagen. Vor allem, wenn es der Wahrheit und Gerechtigkeit dient.

    Schweigt, ihr Neider des Schadenmangments!

    Der Haule

  5. RA Melchior Sagt:

    @ Haule:
    Nun lassen wir mal die Kirche im Dorf: Nicht alles, was Versicherungen Geld spart, ist Schadensmanagement zu Lasten der Geschädigten, wie der Versicherungsfuzzi schon zutreffend ausgeführt hat:

    Sicherlich ist es für eine Versicherung günstiger, frühzeitig für eine qualifizierte Behandlung zu sorgen, anstatt später teurere Behandlungen und/oder Verdienstausfall und/oder Renten für längere Zeit zu zahlen. Nur dass das zu Lasten der Geschädigten geht, lässt sich nun wirklich nicht ernsthaft behaupten.

  6. Anonymous Sagt:

    @ Haule

    Da Sie offensichtlich keine Ahnung haben, worum es in diesem Fall geht, schlage ich vor, dass Sie sich als Beispiel folgenden Link ansehen:

    http://www.reintra.com/index.html

    Mit dem normalen Schadenmanagement hat dies nichts das geringste zu tun. Wenn es Ihnen natürlich lieber ist, dass ein Unfallopfer ein Leben lang von dem Unfall gezeichnet wäre, fände ich dies erstaunlich und bedauernswert!

  7. Der Haule Sagt:

    Es ging mir nur wieder um diesen Nebensatz von Versicherungsfuzzi, den ich mit Absicht überspitzt kritisiert habe. Diese General-Maulkorb-Verpassung kann ich nicht leiden.
    Es wird ja aber auch hier erlaubt sein, die Maßnahmen objektiv und unabhängig bewerten und begleiten zu lassen.
    Ein wieder völlig oder zumindest in Großen Teilen rehabilitierter Verletzter, der am Leben (nicht nur am “Schaffa”) wieder teilhaben kann ist für alle das erstrebenswerte Ziel.
    Und seien Sie gewiß: Als ausgebildeter Gruppenführer, Oberlöschmeister, Mitglied eines ABC-Zuges, Maschinist, Atemschutzgeräteträger und Gruppenführer einer Strahlenschutzeinheit liegt mir an der Gesundheit meiner Mitmenschen sehr viel. Und da seit mehr als 20 aktiven Jahren.

    Gruß Haule

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