kleines Bonmot der Allianz am Rande

als es mir gestern tatsächlich nach verschiedenen Versuchen gelungen ist, mit einem Abteilungsleiter der Allianz Versicherung zu sprechen, haben wir kurz über die veränderten Abläufe der Allianz gesprochen. Er verriet mir, dass die Umstrukturierungen seit 2006, die u. a. zur Einrichtung des Postzentrums in Berlin geführt haben und zur Zentralisierung der Schadensbearbeitung in Schadensgruppen bei der Allianz unter dem Stichwort

Komplexitätsreduzierung

zusammengefasst werden.

Ein besseres Beispiel für die sinnfreie Nutzung der deutschen Sprache durch die Beratung der bekannten Firmen wie  KPMG, McKinsey u.a., auf deren Mist dies gewachsen sein dürfte, kann es ja fast nicht geben.

einen schönen Arbeitstag wünscht

RA Deneke

7 Antworten zu “kleines Bonmot der Allianz am Rande”

  1. RA Melchior Sagt:

    Effektivitätsreduzierung wäre wohl passender.

  2. RA Deneke Sagt:

    Ich find, durch deren Maßnahmen ist die Schadensregulierung erst komplex geworden. Wo vorher ein Telefonat reichte, ist heute die Klageerhebung angezeigt.

    So was nennt man wohl “Eigentor”.

  3. RA Melchior Sagt:

    Wikipedia meint dazu:

    Komplexität … bezeichnet allgemein die Eigenschaft eines Systems oder Modells, dass sein Gesamtverhalten nicht beschrieben werden kann, selbst wenn man vollständige Informationen über seine Einzelkomponenten und ihre Wechselwirkungen besitzt.

    Passt doch irgendwie – auf den heutigen Zustand, oder? Die Schadens-(nicht)regulierung durch die Allianz ist durchaus unbeschreiblich. ;-)

  4. Rechtsanwalt Finkeldei, Bottrop Sagt:

    Die Allianz gehörte mal zu den wenigen Versicherungen, deren Regulierungsverhalten ich für vorbildlich hielt. Leider hat sich dieses Bild mittlerweile umgekehrt.

    Ich befürchte, dass sich diese Umstrukturierungsmaßnahmen und die schlechtere Schadensregulierung auch noch positiv auf den shareholder value auswirken.

  5. RA Bert Handschumacher Sagt:

    Die Reduktion der Komplexität optimal verifizieren!

    Cave linguam….

  6. RA Groß Sagt:

    @ RA Finkeldei:

    “… mittlerweile umgekehrt”??? Das lassen Sie aber bitte nicht die Allianz hören!! Die schreibt nämlich meiner dort haftpflichtversicherten Ehefrau: “Hier ist schnelle Regulierung gefragt, eine Stärke unseres Unternehmens.”

    Ich würde lachen, wenn der “Fall Allianz” nicht so traurig wäre!!

    RAUG

  7. Gutmann Sagt:

    Man kann sich als Otto Normalverbraucher ja eine Verkehrs-Rechtsschutzversicherung zulegen. Ich wage allerdings die These: 95% der Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit Schadensabwicklung (das vermessene Wort “Regulierung” vermeide ich bewusst) werden ohnehin gegen Versicherungen geführt. Das bedeutet: Verkehrs-Rechtsschutzversicherung = Versicherung gegen Versicherungen, die sich nicht an die Regeln halten.

    Da die Allianz auch solche Produkte anbietet werden die Kosten für etwaige Verkehrs-Rechtsstreitigkeiten einfacht durch die Gewinne im Segment Rechtsschutzversicherungen quersubventioniert. Den Gesamt-Profiten tut dies keinen Abbruch, im Gegenteil.

    Wo bisher kein Bedarf war, dort wird einer künstlich geweckt. So funktioniert Marktwirtschaft. Der Gelackmeierte ist der Verbraucher.

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