Etwas ist faul im Staate Allianz

Mitarbeiter bilden den Kern eines Unternehmens!

Was aber bedeutet es dann für ein Unternehmen, wenn seine Mitarbeiter offen erklären, ihnen sei das Unternehmen egal, weil das Unternehmen ihnen nicht nachvollziehbare Arbeitsabläufe und Organisationsstrukturen auferlegt hat? Das Unternehmen fault von innen heraus, jedenfalls gärt es gewaltig!

Für betroffene Geschädigte, die auf eine Regulierung ihres Unfallschadens warten, bedeutet es zumindest Frustration. Für ihre Anwälte bedeutet das hierneben einen erheblichen Mehraufwand und Nerven, zuweilen auch der Verlust von Glaubwürdigkeit, jedenfalls aber eine Störung des in den meisten Fällen sehr vertrauensvollen Mandatsverhältnisses.

Mir liegen drei nahezu zeitgleich aufgenommene Verkehrsunfälle vor, in welchen die Haftung geklärt ist, dennoch die Regulierung durch die Allianz Versicherung auf sich warten lässt.

Ist dies schon Tollheit, hat es doch Methode?

Die zahlreichen Versuche, zuständige Sachbearbeiter zu erreichen, habe ich mittlerweile eingestellt. Es ließen sich wunderbare Kurzgeschichten aus den geführten Telefonaten entwickeln, nahe liegend wäre hierbei eine Anlehnung an Friedrich-Karl Praetorius’ „Reisebuch für den Menschenfeind“.

Doch seien wir ehrlich, ändern würde das wohl nichts.

Geändert wird in unserer Kanzlei fortan die Verfahrensweise gegenüber der Allianz, in der Hoffnung, dass irgendwann finanzielle Aspekte wieder zu rationalem Verhalten führen mögen.

Die Allianz sollte sich die Frage stellen: „Sein oder Nichtsein?“ – und hoffentlich wird die Antwort hierauf nicht sein: „Der Rest ist Schweigen…“

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Eine Antwort zu “Etwas ist faul im Staate Allianz”

  1. RA Peter Schmorleitz Sagt:

    Ich kann mich hier nur wiederholen: Bei der Allianz hilft, auch bei völlig eindeutiger Haftung, mittlerweile in den meisten Fällen nur noch zügiges Klagen, wenn der Geschädigte in einigermaßen absehbarer Zeit zu seinem Geld kommen möchte. Denn dann kommt die Akte in die Prozessabteilung, so dass man seitens der Allianz gezwungen ist, sich mit dem Fall zu beschäftigen. Kurze Zeit nach Klagezustellung kommt dann meistens der Anruf des Sachbearbeiters: “Wir zahlen, geben Sie uns Ihre Kosten auf und nehmen Sie die Klage zurück!” In den übrigen Fällen kommt wenigstens Bewegung in die Sache. Deshalb bin ich in unserer Kanzlei mittlerweile dazu übergegangen, in “Allianz-Fällen” nach dem zweiten Aufforderungsschreiben mit fruchtlosem Fristablauf sofort Klage einzureichen. Ausreden der Allianz wie: “Der VN hat den Schaden noch nicht gemeldet, es liegen widersprüchliche Aussagen zum Schadenshergang vor, wir müssen erst Einblick in die Unfallakte nehmen usw. usf.” oder endloses Warten in der Warteschleife ohne greifbares Ergebnis interessieren mich nicht mehr. Das ist man m.E. auch dem Mandanten schuldig. Und ich habe keine Lust, vor diesem das Gesicht zu verlieren, nur weil eine arrogante Versicherung nicht in die Gänge kommt.

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