Die HUK-Coburg Essen stellt sich tot

Rechtsanwalt Michael Klose aus Witten bat die Redaktion um Veröffentlichung folgenden Beitrages. Dieser bitte kommen wir gerne nach:

Parkendes Fahrzeug der Mandantin wurde am 1.6.09 vom VN der HUK beschädigt. Anspruch wurde mit Schreiben vom 15.6. unter Fristsetzung zum 29.6. beziffert. HUK schreibt am 17.6. dass noch die Schadenanzeige fehlt.
Mahnungen 1.7. und 8.7. bleiben unbeantwortet. Telefonisch ist die Schadenaussenstelle Essen nicht zu erreichen. Zu allen möglichen Tageszeiten besetzt. Auf E-Mails wird nicht reagiert.
Bei einem Anruf in Coburg direkt wird vor 2 Wochen mitgeteilt, man werde auf Essen einwirken. Offensichtlich wünscht sich die HUK verklagt zu werden.

10 Antworten zu “Die HUK-Coburg Essen stellt sich tot”

  1. RA Melchior Sagt:

    … und das schnell und unter der Coburger Adresse!

  2. RA Kasulke Sagt:

    Aus einem Schreiben der zuständigen Fachabteilung vom 14.08.2009 bei der HUK darf ich an dieser Stelle zitieren:

    “auf Wunsch des Vorstandes hat die Leitung der Fachabteilung sich Ihres Anliegens angenommen.

    Eine rechtzeitige Stellungnahme innerhalb der von Ihnen gesetzten Frist war uns leider nicht möglich. So trifft es leider zu, dass Ihr Schreiben vom 19.06.2009 und Ihr Erinnerungsschreiben vom 20.07.2009 erst jetzt zu unserer Kenntnis gelangt sind. Für diese Verzögerung bitten wir um Entschuldigung und um Ihr Verständnis. So können wir auf Grund der Vielzahl der von unseren Mitarbeitern zu bearbeitenden Vorgängen trotz bester Kontrolle und Organisation solche Pannen leider nicht ausschließen. Wir bedauern, dass Sie hier offenbar einen ungünstigen Eindruck von uns erhalten haben, können Ihnen aber versichern, dass die nicht dem Stil unserer Hauses entspricht”

    Sehr geehrte Damen und Herren des Vorstandes sowie der Fachabteilungen !

    Ich rate Ihnen dringend einmal an, an der “Basis” nachzufragen, bei Ihren Mitarbeitern. Aufgrund des neuen Schadensystems, der damit verbundenen Schulungen, der personellen Unterbesetzung sowie der Arbeitsüberlastung (6-8 Wochen Rückstand trotz regelmäßig vom Betriebsrat genehmigten Samstagsarbeit in vielen Schadenaußenstellen) ist eine Bearbeitungszeit von über 5 Wochen die Regel ! Kompliziert wird das ganze dann noch durch Ihre Arbeitsanweisungen. Eine telefonische Erreichbarkeit ist kaum gegeben, selbst bei Ihrer Schadenhotline wird man aus der Leitung geworfen. Den ungünstigen Eindruck habe ich schon mindestens seit 1 1/2 Jahren. Viele Kollegen auch. Verständnis kann ich dafür nicht mehr aufbringen, da ich die Interessen meines Mandanten zu vertreten habe.

  3. RA Schepers Sagt:

    Ich gehe davon aus, daß auch das Schreiben an den Vorstand nicht die gewünschte Regulierung herbeigeführt hat.
    Nach Fristablauf ohne weitere Mahnung Klage einreichen. Wirkt beschleunigend (und gebührenoptimierend).

    Erwartet wirklich jemand, daß sich durch Schreiben an die Vorstände irgendetwas ändert ?

  4. RA Kasulke Sagt:

    Doch, es hat sich in diesem Fall etwas getan – und in letzter Zeit wirkt das Wort Vorstandbeschwerde und BAFIN immer wieder Wunder – geht schneller als eine Klage und ist bei geringen Streitwerten einfach ökonomischer als eine Klage. Denn Diktat, Schreibkraft etc kosten dann mehr als ein Musterschreiben. Bei Streitwerten unter 300 € wäre maximal ein Mahnbescheid kostendeckend.

  5. Gutmann Sagt:

    Die geschilderten Erfahrungen kommen mir bekannt vor.
    Bei mir hat sich die HUK innerhalb von 9 1/2 Wochen, nachdem einer ihrer Versicherungsnehmer mir beim Rückwärtsfahren in einer Einbahnstraße einen wirtschaftlichen Totalschaden an meinem Auto einbrockte, NICHT EIN EINZIGES MAL gemeldet!

    Ca. 1 1/2 Wochen nach dem Unfall gelang mir immerhin ein Kontakt über den Zentralruf der Autoversicherer. Der Mann von der HUK Hamburg verlangte ein Gutachten eines anerkannten DEKRA-Betriebes. Noch am gleichen Tag brachte ich meinen Wagen zur Begutachtung dorthin.

    Seitdem: Sendepause! Und dies trotz hartnäckiger Versuche meinerseits auf telefonischem oder schriftlichem Wege Kontakt aufzunehmen:
    Die Durchwahl, die mir der HUK-Vertreter für Nachfragen in der Sache am Telefon nannte, war wochenlang dauerbesetzt und ist inzwischen offenbar abgeschaltet (“kein Anschluss unter dieser Nummer”). Die 0180er-Telefonnummer, die offiziell zur Kontaktaufnahme für Unfallgeschädigte dienen soll, gibt nach wenigen Tasteneingaben der Sprachverarbeitung auch nur eine Ansage von sich, dass man ausgerechnet jetzt gerade nicht erreichbar wäre. Und noch nicht mal auf Schreiben meiner Anwältin reagierte dieser schlafende Elefant namens HUK bisher.

    Die Rechnung für das angeforderte Gutachten wurde auch noch nicht beglichen. Da bei meinem Auto zwischenzeitlich der TÜV abgelaufen war habe ich das Fahrzeug inzwischen zur Verschrottung gegeben und bin in meiner Mobilität entsprechend eingeschränkt.

    Diese Regulierungs-Verschleppung scheint zum “System HUK” (= Hinhalten und Knausern) zu gehören: Auf Zeit spielen und darauf zu spekulieren, dass entnervte Geschädigte irgendwann klein beigeben.

    Wird es etwa bewusst einkalkuliert, auch mal hin und wieder einen teureren Prozess zu verlieren? Zusammen mit dem so genannten “Schadensmanagement” scheint es für die HUK wohl immer noch billiger zu sein.

  6. JPET Sagt:

    Habe dass gleich mit der HUK Hamburg.
    VN HUK rechts vor links nicht beachtet. Schadensdatum 04.08. (vor 36 Tagen)Anspruch gestellt und Gutachter der HUK (DEKRA) hat Schaden aufgenommen. Seitdem keine Reaktion auf E-Mail / Anrufe (nur über 0180 ansonsten Anschluss nicht erreichbar. Bin echt sauer, da wir momentan auf dem Schden sitzen.
    Wollte mir eigentlich einen Anwalt sparen aber wer weiß.

  7. Kunert Sagt:

    Meine Vorredner haben alle Recht. Bin bei der HUK vor 4 Jahren altersbedingt nach 35 Jahren aus der Schadenabteilung ausgeschieden.
    Die dortige Führung hat es geschafft Ende 2004 die aktenlose Bearbeitung (Image) einzuführen. Dazu gibt es zu 95 % Teamschäden, d.h. der Sachbearbeiter muss sich jeden einzelnen Vorgang bei der Bearbeitung erneut durchlesen.
    Neues Personal einstellen? Ein Witz. Von was sollen die ehemals wirklich motivierten Sachbearbeiter noch motiviert werden?
    Die Geschäftsleitung hat es anscheinend immer noch nicht bemerkt wie teuer diese “Innovationen” sind, von dem Imageschaden ganz zu schweigen.

  8. SV Stoll Sagt:

    Was mich an beiden obigen Schadenfällen (Gutmann und JPET) wundert ist, das beide doch offensichtlich von den Hausgutachtern der HUK-Coburg, nämlich der DEKRA, begutachtet wurden. Wenn es sonst keine Hindernisse (Schadenhergang unklar etc.) gibt, müßte das doch laufen?

    Mfg. SV Stoll

  9. Coburg - Blog - 17 Aug 2009 Sagt:

    [...] Unfall – Blog» Blogarchiv » Die HUK-Coburg Essen stellt sich tot [...]

  10. Gutmann Sagt:

    Antwort auf SV Stoll: Den Tipp für den Sachverständigenbetrieb erhielt ich vom ADAC. Inhaltlich kann ich die Expertise gut nachvollziehen, habe die gängigen Preise für vergleichbare KfZ im Großraum Hamburg rechercheiert. Der einzige Fehler an dem Gutachten ist, dass die HUK es bis heute (4 Monate danach) noch immer nicht bezahlt hat.

    Das mit den Sachverständigen ist für mich angesichts der übrigen Umstände (4 1/2 Monate nix passiert, kostenintensive Neuanschaffung notwendig etc.) eine Nebensache.

    Einfach nur hochnotpeinlich die Sache, besonders wenn man die Werbekampagnen von KfZ-Versicherungsfirmen erlebt, die vor dem 30.11. noch neue Kunden fangen wollen. Wenn man dort die Namen der Preisbrecher mit den Spitzenreitern der Beschwerdelisten der BaFin der letzten Jahre vergleicht – meist sind sie identisch. Der Verbraucherschutz – eigentlich ursprünglich die Legitimation des Versicherungsgewerbes an sich – bleibt auf der Strecke.

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