Allianz – Eine alltägliche Geschichte?

Der Mandant hatte am o6.o5.2009 einen Verkehrsunfall und machte zunächst selbst Schadensersatzansprüche bei der Allianz geltend. Am 29.o5.2009 teilte die Allianz dem Mandanten mit, zur Prüfung ihrer Eintrittspflicht die Ermittlungsakte angefordert zu haben. Seither herrschte Schweigen.

Am o3.o7.2009 wandte der Mandant sich dann an mich, mit Telefax vom selben Tage habe ich die Allianz zur unverzüglichen Schadensregulierung aufgefordert. Auch hierauf erfolgt keinerlei (!) Reaktion.

Am 22.o7.2009 also Klage erhoben. Auch das bewegt die Allianz nicht etwa zur Zahlung, sie schickt eine Verteidigungsanzeige an das Gericht und lässt anwaltlich vertreten Klagabweisung beantragen, obwohl gegen den dort versicherten Fahrer bereits am o8.o7.2009 ein Bußgeldbescheid wegen des Unfalls ergangen war, der auch rechtskräftig geworden war.

Der gegnerische Kollege beantragt dann erst einmal großzügig Fristverlängerung. Am 22.o9.2009 bequemt die Allianz sich dann doch, den Schaden zu regulieren. Der gegnerische Kollege teilt hierzu mit, die Allianz sei seiner Empfehlung gefolgt.

Ach, wirklich? Diese Empfehlung hat die Allianz denn mal eben ca. 400.- € gekostet, die der Kollege in Rechnung gestellt haben dürfte – abgesehen von meinem Honorar für die Klage in eben dieser Höhe nebst Gerichtskosten. Wieder einmal durchaus vermeidbare Geldverschwendung zu Lasten der Versichertengemeinde.

8 Antworten zu “Allianz – Eine alltägliche Geschichte?”

  1. Stephan Sagt:

    Das manche Aktenanforderungen 3 Monate Zeit benötigen, wissen Sie aber (noch) nicht? Einfach mal zum Hörer greifen und die richtige Nummer wählen. Macht vieles einfacher. Die armen verbliebenen und von Kündigung oder Versetzung verschonten Sachbearbeiter können auch nicht mehr als arbeiten. Klageandrohung ist nicht der richtige Weg.

  2. RA Melchior Sagt:

    @ Stephan: … und dass eine zügige Schadensregulierung von “Aktenanforderungen” gerade nicht anhängig gemacht werden darf, wissen SIE noch nicht, so schon OLG Saarbrücken 3 U 199/89 vom 16.11.1991 und KG 22 U 13/08 vom 30. Juni 2008.

  3. Stephan Sagt:

    na bei Fahrerflucht schon…

  4. Legon Sagt:

    Ich finde es ja immer interessant das, egal bei welchem Unternehmen, von den 1000 Fällen immer nur der eine schlechte erwähnt wird. Wo gearbeitet wird da fallen nunmal Spähne.

  5. RA Melchior Sagt:

    @ Legon: Ach, wirklich? Und warum finden sich in diesem Blog die meisten Beiträge in der Rubrik “Allianz”, geschrieben von Praktikern, die die tatsächliche Lage wirklich kennen?

  6. Mirko Sagt:

    Ja ich kann nur Zustimmen ! Versicherer können beim Geld holen nicht schnell genug sein aber wenn sie zahlen müssen kann das dauern. Beispiel hatte einen Verkehrsunfall der Gegner war bei der Allianz Gruppe versichert. Unfall am 07.04.2010 außer einem Schreiben das noch eine schriftliche Zeugenaussage benötigt wird die ich am 09.04.2010 verschickt habe kam nichts mehr !! Rufe jede Woche mindestens 3 mal an aber der Sachbearbeiter ist nicht da, ist krank, in einer Besprechung oder Urlaub. Rückruf fehlanzeige ! Auskünfte kann nur der Sachbearbeiter erteilen. Schadenhöhe fast 5000 Euro, jetzt kam ein Verrechnungsscheck über 500 Euro als Abschlag auf den vorraussichtlichen Gesamtschaden. Ein Witz ist sowas !!!

  7. RA Melchior Sagt:

    @ Mirko: Nicht fragen, klagen!

  8. W.Stiglmair Sagt:

    Danke.. jetzt ist es klar..
    Die Allianz treibt dieses Spielchen nicht nur bei gegenerischen Unfallopfern, sondern auch bei Allianz-Versicherten, die dort eine Unfall-Versicherung abgeschlossen habe.
    Das selbe Spiel.. Akten werden angefordert, kommen dann nicht an. oder verschwinden im Allianz-Nirwana usw.

    Meines Erachtens sollte man mal überprüfen, ob das nicht betrügerisches Verhalten ist. Es werden Versicherungsverträge abgeschlossen, obwohl der Versicherer gar nicht gewillt oder in der Lage ist, im Schadensfalle seinen Verpflichtungen nachzukommen.

    Schlimm ist, dass die Allianz-Mitarbeiter in der Hierarchie eine gehörige Menge Geld bekommen. Da wird nicht gespart.. oder ist das etwa Schweigegeld.?

    Ich suche Mitstreiter, damit der Allianz oder auch der R+V diese Verhaltensmuster ausgetrieben werden können.

    Alle meine Allianz-Verträge habe ich gekündigt, und auch meine Bekannten und Geschäftsfreunde überdenken ihr Verhältnis zur Allianz

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