Archiv für Dezember 2006

HDI – Wer lesen kann, ist klar im Vorteil.

Freitag, 22. Dezember 2006

Meine Mandantin hatte einen PKW überholt, der plötzlich nach links in eine Grundstückseinfahrt abbog. Der polizeiliche Unfallbericht:

„… hatte der Beteiligte 01 die Absicht, nach links auf das Gelände der ehemaligen Ffw abzubiegen. Hierbei übersah der Beteiligte 01 die Beteiligte 02, welche sich gerade im Überholvorgang sowie auf Höhe des Beteiligten 01 befand und es kam in der Folge zum Zusammenstoß der Beteiligten.”

Ist doch deutlich, oder? Nun aber die Stellungnahme der HDI:

„Der Ermittlungsakte ist zu entnehmen, dass der Unfall durch Ihre Mandantin verursacht worden ist. Diese ist ihrer Rückschaupflicht nicht in ausreichendem Maß nachgekommen.”

Unfall-Blog wünscht ein Frohes Weihnachtsfest

Donnerstag, 21. Dezember 2006

Im Namen der Redaktion des Unfall-Blogs wünsche ich allen Kollegen, Sachverständigen, Versicherungsmitarbeitern und Geschädigten ein frohes, besinnliches Weihnachtsfest.

Insbesondere möchte ich darauf hinweisen, dass trotz der einen oder anderen Meinungsverschiedenheit bezüglich der Regulierung von Unfallschäden immer daran gedacht werden muss, dass auf der “anderen Seite” Menschen sitzen, die Ihren Job erledigen. Dies wird leider teilweise immer wieder vergessen; die Mitarbeiter der Versicherungskonzerne müssen nämlich an den teilweise unsinnigen Anweisungen aus der Vorstandsetage festhalten und sind selbst “nur noch genervt”, wie der Unterzeichner in vielen persönlichen Gesprächen in den letzten Wochen erfahren hat.

Provinzial Versicherungen und die Partnerwerkstätten

Dienstag, 19. Dezember 2006

Der Redaktion des Unfall-Blogs liegt nunmehr auch ein Leitfaden der Provinzial für die Partnerwerkstatt vor. Dieser Leitfaden gibt erneut Anlass, sich “nicht in die Hände der gegnerischen Versicherung” zu begeben, denn dort heißt es bei dem Punkt Schadenhöhe:

Sie, (die Werkstatt: Anm. der Redaktion) kalkulieren die Unfallschäden selbst, wenn die grob geschätzen Reparaturkosten im folgenden Bereich liegen:

Fzg.-Alter bis 3 Jahre, Fzg.-NP>20.000 € : bis 5.000 € netto
Fzg.-Alter bis 3 Jahre, Fzg.-NP<20.000 € : bis 3.500 € netto
Fzg.-Alter über 3 Jahre: bis 1.000 €
Weiterhin: Sie kalkulieren den Schaden mit mittleren DEKRA-Stundenverrechnungssätzen. Lässt der Kunde bei Ihnen reparieren, können Sie ihre konkreten Studenlöhne ansetzen.

HUK-Coburg-Versicherungen und das Unfallmanagement

Dienstag, 19. Dezember 2006

Der Redaktion liegt eine Leitlinie der Partnerschaft zwischen der HUK-Coburg und einem Autohersteller mit drei großen Buchstaben vor. Diese datiert vom 05.05.2004 – ob diese noch aktuell ist kann nicht überprüft werden. Demnach sollen “Unfallgeschehen nach gemeinsam erarbeiteten Grundsätzen behandelt werden, ohne die rechtliche Position der Werkstattkunden zu berühren.” Hier nur zwei Auszüge, die sehr erwähnenswert sind:

  • Lässt ein von der HUK-Coburg zum … Partner empfohlener Kunde ein Schaden nach der Erstellung eines Kostenvoranschlages nicht reparieren, wird dieser Kostenvoranschlag dem Kunden in Rechnung gestellt.
  • Die HUK-Coburg leistet Zahlung innerhalb von 3 Arbeitstagen nach Rechnungseingang, wenn die entsprechende Kostenzusage vorliegt. Auf Wunsch kann eine Vorschußzahlung in Höhe des Kostenvoranschlages geleistet werden.

DEKRA – unabhängige Sachverständige ?

Mittwoch, 06. Dezember 2006

Der Mandant hatte nach einem Haftpflichtschaden bei der DEKRA ein Gutachten in Auftrag gegeben. Der Sachverständige nahm jedoch falsche Fahrzeugdaten auf und ermittelte den Wiederbeschaffungs,- und Restwert zu hoch. Der Mandant hatte sich im Rahmen seiner – nach ständiger BGH-Rechtsprechung anerkannten – Dispositionsfreiheit für den Kauf eines neuen KFZ´s zu dem Wiederbeschaffungswert lt. Gutachten entschieden. Der entstandene Schaden wurde der DEKRA mitgeteilt. Diese antwortet nun durch Ihre Rechtsabteilung: “Ihre Mandantschaft hat im vorliegenden Fall aber im Vorfeld einer Entscheidung, ohne Weisung durch die Versicherung, gehandelt.”